Entstehung des Projekts

Das Induktive speist sich aus dem Autobiographischen und den Erfahrungen der Gesprächspartner, sprich deren Autobiographie.

Wen interessiert das?

Leute in einer Leistungsgesellschaft, die lebenslang lernen, anstatt sich in Hierarchien pressen zu lassen: Aktive Akteure, die sich selbst organisieren und einordnen.

Mein Beispiel:

Der Wille und die Vorstellung einer Notwendigkeit zur Qualifikation führte in meinem Fall zu dem Ziel, ein Diplom zu erhalten, um in Zukunft mehr Freiheit bei der Betätigung zu erlangen als meine Berufsausbildung zum Schauwerbegestalter gewährleistete. In ein kleines Netzwerk eingespannt, fühlte ich mich zu begrenzt und wollte dieses erweitern. Leider blieb mir nicht die nötige Zeit dazu, weil das Tagesgeschäft zu dominant war.

Professor Hejl sagte in einem Gespräch zwischen Uni und Bahnhof, dass er in seiner Laufbahn, das gemacht habe, was er wollte. Dies kann eine Motivation sein, sich zu qualifizieren, um seine Aufgaben besser selbst bestimmen zu können.

Während des Studiums der Medienwissenschaft und Medienwirtschaft in Siegen lernte ich verschiedene wissenschaftliche Arbeitsmethoden und Regeln kennen, die meist mit bestimmten Personen oder so genannten Schulen verbunden waren und die ständig entkoppelt wurden von Akteuren durch Akteure, die somit ein Netzwerk bildeten - eine Normalität nicht nur im Lehrbetrieb, der Basis der Amplifikation. Mein Netzwerk erweiterte sich wissenschaftlich.

Unterdessen hielt ich Kontakt zu den ‚Men in the Know’, den Könnern der Reduktion. Unter diesen Namen werden im Lauf des Lebens die Rollen zur Identität durch deren realistische Repräsentation. Bürokratie zwingt dabei zur stetigen Amplifikation: Steuern, Nachweise, Referenzen. Mein Netzwerk erweiterte sich wirtschaftlich.
Identität als Teil der Realität schien eher früher als später fixiert zu sein und siedelte im Bereich der Naturwissenschaften als Entität, die über das Menschliche hinauswuchs. Das war ihr Glück, denn sie wurde wieder zu einem Bereich der Geisteswissenschaft. Marken bekamen Identitäten, die im Web Vertrauen generierten. Heute schaffen Millarden ihre eigenen Marken und wieder heißt es, die bekannten profitieren davon. Nichtsdestotrotz haben einige sich neu etabliert und alte geschluckt, wie E-Bay oder Google. Mein Netzwerk veränderte sich an mehreren Stellen gelichzeitig.

Kein geisteswissenschaftlicher Sprung zur Psychologie sondern ein Paradigmenwechsel in der Medienwissenschaft an der Sozialwissenschaft vorbei und hin zur Kulturwissenschaft mit Ethnologie wird hier vollzogen, um den Menschen und seine Nichtmenschen neu zu positionieren in diesem Netzwerk.

Dies geschieht wegen einer zunehmend konvergierenden, globalisierten Welt in der Menschen mit Handlungen digital kommunizieren anstatt standardisiert abgefragt zu werden sondern zugleich handeln und Stellung beziehen. Nicht zuletzt ein boomender Servicebereich zeugt von einer Entwicklung zu Arbeit mit mehr Kommunikation, die anders als monotone Fließbandarbeit ist. Nichtmenschen sind dabei mehr als Mittel zum Zweck oder Maschinen.

Sie - Menschen und Nichtmenschen - setzten Standards durch ihr Handeln, täglich. Dies transparenter zu gestalten möchte ich an dieser Stelle unterstützen. Mit einer Phänomenalisierung: Netwoking.
Diese Menschen, die sich ihrer Stellung bewust sind, können wachsen, insbesondere wenn sie erwachsen sind. Sie können Unternehmer werden oder Lehrkörper oder Richter oder Mediziner oder Mitarbeiter oder Gewerkschafter - es gibt viele Möglichkeiten zum Networking.

Stimmen werden laut. Sie behaupten, dass unsere Gesellschaft zu lange benötige Akteure für sie reifen zu lassen, um darin sebständig zu agieren - das mag sein. Nicht jedoch, wenn Akteure sanft von Netzwerk zu Netzwerk gleiten und diese einerseits kleiner, andererseits größer als Gesellschaften sind.

Networking ist eine Gesellschaft durch ein Aktionsnetz ersetzen:

Konkret bedeutet das: Ein Gradwandeln in der Passage von mindestens zwei vermeintlich getrennten Netzwerken begann in meinem Fall spätestens nach einem Jahr in einer der scheinbar letzten Stufen der Gelehrsamkeit.

Es war eigentlich von Anfang an notwendig und wird fortdauern. Da die Wirtschaft und die Wissenschaft stets Teilhaberinnen der Netzwerke und Akteure sind – ob sich dies verallgemeinern lässt oder eher eine parasitäre Stellung der Wissenschaft oder der Wirtschaft eingeräumt werden muss, wird zu überprüfen sein - oder irrelevant beliben. Fakt ist: Nur Prüfungen führen zu dem Ziel mitreden zu können, bzw. zu dürfen - zumindest in manchen Netzwerken. Wie relevant diese in Zukunft sein werden wird isch zeigen.

Aber wie sehen sinnvolle Prüfungen für gute Netzwerke aus oder sollten diese künftig aussehen?

Prüfungen sind nicht nur in Schulen oder Erziehungseinrichtungen vorhanden. Durch den Begriff Netzwerk werden Grenzen bewusst undeutlich, damit neue gezogen werden können. Weil die Klarheit der Tennung von Netzwerken artifiziell bleibt. Dies wird deutlicher, je mehr Handlungsspielraum aquiriert werden kann, durch Neupositionierung oder desto längere Zeiträume überblickt werden. Selbst Wissen wandelt sich und was heute Hochkultur ist, mag bald nichtig sein. Ehemals unwichtige Paradiesvögel und Mikroorganismen führen heute zu Gesetzen oder schreiben diese gar.

Bereits beim Eintritt in Netzwerke entgegnet dem Aspiranten das Arbiträre der Amplifikation. Selbst innerhalb eines Netzwerkes, etwa bei der Definition einer wissenschaftlichen Disziplin, werden ständig Grenzen für Akteure aufgebaut, um eingerissen zu werden und sie dann aus dem Schutt wieder aufzubauen. So entstehen Koryphäen.

Hier, im Mediennetzwerk ist das teilweise normal, andernorts skandalös oder revolutionär - meist weil es selten zu einem Paradigmenwechsel, einer Veränderung kommt?

Es handelt sich um ein paradoxes Prinzip: Der Kleinste ringt darum, den Größten zu bezwingen. Dies geschiet nicht ohne Weiteres. Der ‘größte’ Akteur ist stets bemüht die ‘kleinen’ Akteure in oder unter sich zu behalten und zu kontrollieren oder weit von sich zu schieben, wenn sie sich nicht kontrollieren lassen und drohen auf die andere Seite des Hebels zu gelangen oder ihren Hebel derart zu verlängern, dass sie bestimmen. Ob das Internet ein solcher Hebel ist, der verlängert wurde wird sich noch zeigen müssen.

Paradox ist dies deshalb, weil prinzipiell der kleine und der große Akteur ein und der selbe sind oder alternieren. Im Marketing werden Foren und Blogs wichtiger, der Kunde darf selbst diktieren was er warum kauft. Der Vertrieb, die Marktforschung und das Marketing haben starke Veränderung hinter sich oder befinden sich gerade noch darin. Erfolgreiche Zeitschriften wie brandeins berichten darüber und sind eher künstlerisch und subjektiv als pseudoobjektiv.

Gelegentlich überdauert es ein oder mehrere Menschenleben, bis Veränderung eintritt, dann lässt sie sich schlecht persönlich verfolgen - außer jemand hat etwas aufgezeichnet.

Ein Phänomen des Informationszeitalters scheint zu sein, dass zwar die Aufzeichnungen und die indirekten Beziehungen immer mehr werden, aber zugleich die persönlichen und bislang direkt genannten Kommunikationswege wichtiger werden. Diesem Eindruck ist meine Arbeit über Networking gewidmet, das von einer letztlich medienwissenschaftlichen Perspektive beleuchtet wird.

Eindeutige Instrumentarien werden vergeblich in ideser jungen Disziplin gesucht, um den Durchblick zu erhalten. Selbst diese müssen aus dem signifikanten Schutt dieses ständigen Kampfes anderer Disziplinen rekonstruiert werden. Womit wir wieder beim Thema wären: Zirkulierende Referenz und zugleich Networking zur Sinnkonstruktion: Kontextualisieren.

Da traditionell die Ethnologie im Gegensatz zur Soziologie eine liberalere Einstellung gegenüber der Untersuchungsmethoden wegen der Komplexität der Sache und er Begrenztheit der Mittel an den Tag legte, scheint es sinnvoll die Methoden zu zirkulieren oder soziologisch gesagt zu triangulieren.

Verfolgen Sie selbst die Wahl der Mittel in einem begrenzten Projekt und das Fortschreiten dieses. Und bitte urteilen Sie, ob sie veraltet oder unangemessen sind und überlegen Sie wie Fortschreiten bei einer Kreisbewegung aussieht.

Teilen Sie Ihre Erkentnis mit mir. Dann kann Kritik konstruktiv sein und Wissen schaffen.

Eine interaktive Lektüre wünscht

Stephan Schlichting

1 Kommentar(e)

  1. Kommentar von bibomedia on Februar 27, 2008 5:25 Uhr nachmittags

    Have a nice day !

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