Back again – networking in Afrika

Nachdem ich einen kurzen Forschungsaufenthalt in Bali hinter mich gebracht habe, surfe ich nicht mehr durch die kohäsiv networkenden Straßen der indonesischen Insel, sondern stolpere wieder vom singapurischen Schreibtisch aus durch das Internet mit der Lupe auf Networking. Eine Analogie die zwei Welten annähert fällt dabei ins Auge.

Networking in Balis Straßen nimmt folgende Gestalt an:

  1. „Transport, transport?“ mit der entsprechenden Handbewegung: Lenken, gelegentlich durch Pfeifen unterstützt, sofern über die Straßen hinweg erfolgt.
  2. „Hello“
  3. „How are you?“
  4. „Where you from?“
  5. „Where you going?“
  6. „Where you stay?“
  7. „Tailor!“
  8. Händeschütteln
  9. Gewinnspiele in Postkartenform übergeben
  10. Visitenkarten auf der Straße, im Restaurant oder Geschäft verteilen
  11. „May be tomorrow?“, „May be next time?

Bereits beim Hotel check-in hatten wir unzählige Fahrangebote und mögliche Touren zur Auswahl. Der Concierge hat schließlich übern den Security zwei Touren an dessen Freund vermittelt.
Die Daten im Internet können wesentlich leichter präsentiert werden, weshalb die Berichterstattung internetintern wesentlich schneller von statten geht, als die Erkenntnisse aus dem Feld ans Publikum zu bringen. Der Schlüssel liegt bei der einfachen Vernetzung von Daten, die bereits digital vorliegen, so zu sagen virtuelles oder vielmehr technisches Networking.

Eine  aktuelle Metapher hierfür ist Konvergenz. Konvergenz dank Technik wie es unter anderem ein Artikel aus Afrika interpretiert. Technik wird dabei regelmäßig das Zentrum der Intergation etwa von Institutionen oder Organisationen.
Der Autor des Artikels, Richard Lord verweist auf den erhellenden Aspekt den die Technisierung des Sozialen mit sich bringt:

„There is, however, merit in adopting and learning from the principles of social networking – that is to say, get involved with your consumer, don’t interrupt and shout at them, talk to them, engage with them and use their language. Help to facilitate their conversations, be relevant and give them something to talk about.“

In den Straßen von Bali begegne ich beiden Versionen wie die Liste oben zeigt. Den Zutritt zu dem Netzwerk der Insel organisierte ich gar über das Internet. Nach dem Aufenthalt kann ich einige Akteure aus Bali empfehlen oder über Kommunikationsmittel, Medien wie Telefon, E-Mail und Webseite aus fernen Orten erreichen und etwa Handel mit ihnen betreiben.

Networking ist demnach wahrlich integrierend und die Technik nicht ohne das Soziale vorhanden. Viele soziale Beziehungen drehen sich um Technik und Technik dreht sich um soziale Beziehungen. Das ist Networking: Soziale Verwendung von Technik. Sei es zum Handel oder zum Austausch von Emotionen.

Die Werbung hat beides seit eh und je vereint und war stets Eins mit dem Ratsch und Tratsch der Yellow Press wie die Bildzeitung in Deutschland.  Inzwischen sind Werbetreibende und Händler unsere Freunde und wir tauschen nicht nur Visitenkarten aus, sondern treffen sie regelmäßig zum Chat.
Neben die Umfrage tritt der technisch analysierbare Dialog. Networking passiert heute zwischen Avartaren von Menschen und demnach zwischen Menschen als Repräsentanten von Institutionen – die den Avartaren gleich sind – statt zwischen Netzwerken von Produzenten und Konsumenten. Eine Erweiterung des Netzwerkes, die etwa in Afrika noch Potential bietet. Akteure sind noch unbenannt.

Es ist aber auch eine Erweiterung der Zirkulation des Immergleichen im Anderen, die ständige Re-Produktion mit expliziter Differenz. Letztlich findet der Akteur eine wörtliche Re-Präsentation dieser Erweiterung und gerät ins reflexive Staunen.

Ein Staunen, das in der Globalisierung mit Hilfe der Konvergenz der Kulturen seine soziotechnische Metapher zur nur scheinbar rein technischen Konvergenz von Geräten wie Telefonen findet. Eine Metapher, die eigentlich eine Metonymie ist. Web 2.0 oder Social Networking wird nicht nur für Lord zum Erkenntnisinstrument für die Technik des Sozialen im globalen Beziehungsnetz.

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