Houston nach Hurricane Ike

Business as usual heißt es inzwischen für die meisten Menschen in Houston. Auch wenn gewisse Veränderungen Teil des Aufräumprozesses sind und dieser in eine Umräumaktion münden kann.

Nicht nur an der Küste entstanden Schäden, die Anwohnern eine Rückkehr in ihr Haus unmöglich machen. Nachrichten zufolge wurden mehrere hundert Meter Strand durch die Sturmflut abgetragen. Grundstücke sind demnach verschwunden oder nicht mehr nutzbar. Selbst in der nicht evakuierten Zonen wurden Häuser stark beschädigt. Im Galleria Bereich wurden Äste abgerissen oder Bäume herausgerissen. Das trifft insbesondere die nobleren Wohnviertel mit für Houston ungewöhnlich hohem Baumbestand. Teilweise mussten Straßen frei geräumt werden – was allerdings innerhalb der ersten Tage erledigt wurde. Am Morgen nach dem Sturm wurde mit Kettensägen und Krawägen das Schlimmste behoben.

Einige Fassaden sind nach wie vor beschädigt und zahlreiche Schilder gar zerstört. Auch hier sind Bürogebäude zum Beispiel durch über die Klimaanlage eintretendes Wasser im Innenbereich komplett zu sanieren. Firmen mussten ihre Büros umquartieren und hoffen auf die Rückkehr innerhalb der nächsten 4 Wochen, andernfalls müssen neue Standorte gesucht werden, da die Spontane Lösung vom Homeoffice bis zur Einquartierung bei verbundenen Unternehmen reicht.

Strom ist bis heute noch nicht in jedem Haushalt vorhanden. Die Supermärkte haben inzwischen fast alle wieder geöffnet, wenngleich die Einkaufszentren wesentlich schneller waren. In der Galleria – einem exklusiven Einkaufszentrum in der nähe von Downtown – konnte bereits am Sonntag nach dem Sturm in zahlreichen Läden geshopt oder gegessen werden. Beeindruckend war, dass die Eisfläche (in der Größe eines regulären Eisstadiums inmitten der Ladenlandschaft – bereits im Betrieb war, als um die Ecke weder Strom noch Wasser liefen.

Eine Stadt voller kontrastreicher Schicksale zeigt sich im Zustand des “ we’re all in it together“. Insbesondere ein noch stärkeres Verkehrsaufkommen lässt den gemeinen Houstonian in einer Art Prozession auf den Straßen präsent werden – wenn auch im klimatisierten Auto, das bereits kurz nach dem Sturm offensichtlich vielen die zu Hause fehlende Klimaerlage ersetzte. Trotz lahm gelegter Zapfsäulen wurden Tankstellen zu einem Communitytreff mit lauter Hip-Hop-Musik und knallenden Harley Davidson Motoren neben auf Parkplätzen gestrandeten Evakuierten, die das Auto bis über das Dach mit Habseligkeit vollgestopft hatten.

Nach einer Woche, in der die Arbeit nicht wirklich normal verlief, ist jedoch weitgehend Business angesagt. Dennoch wird nicht für jeden wird alles wieder so werden wie vorher. In entfernteren Städten blinken noch die Warnmeldung nächsten Wochenende, dass von eine Reise in die Region Houston-Beaumont abzusehen ist.

Der Humor blieb bei manch einem Houstoian allerdings nicht auf der Strecke. Am Sonntag nach dem Sturm konnten sich einige nicht davon abhalten eine mehr oder minder individuelle Stickerei auf Cap zur Schau zur stellen: „I surv-iked!“

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1 Kommentar

  1. […] in Kunst als Hurricane Aftermath An anderer Stelle wurden die Stunden vor dem Sturm und wichtige Informationsquellen beschrieben, dann die Gestalt […]


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