Netzwerk hr versus System Emig

Das „System Emig“ ist ein Beispiel für die negative Seite von Networking oder schlicht negativ Networking wie ich zeitgemäßer formulieren möchte. Immerhin handel es sich um kein Biotop sondern eher ein Netzwerk in seiner alten Bedeutung.

Aber auch mit der neuen Bedeutung hängt es zusammen, die sich mit makrosoziologischen Netzwerken auseinandersetzt. Gezeigt weren kann an diesem Beispiel, dass Akteure und Netzwerke weder mikro noch makro sind sondern sich tatsächlich in einem sehr ausgeglichenen Verhältnis begegnen. Sie sind nicht nur reziprok sondern identisch.

Emig war nicht nur Mensch, er war makrosozial, ein Makro-Akteur. Das ist die ironisch-soziologische Formulierung für einen Amtsträger. Für so einen muss ein Sonderbereich des Strafrechts mobilisiert werden, da er die andernorts teuer verkaufte Rundfunkfreiheit beschmutzt, indem er Werbung zur eigenen Bereicherung einschleift. Wie das geht beschreibt der Onlineartikel des Netzwerkes HR, das seinen Akteur abgestoßen hat folgendermaßen:

Der Sportjournalist war über seine Frau verdeckt an der Vermarktungsagentur SMP beteiligt. Die Firma kassierte Produktionszuschüsse von Sportveranstaltern für Sendungen. Einen Teil der Gelder behielt Emig für sich.

Der Geschäftsführer von SMP kommt besser davon. Als Akteur der Wirtschaft gelten für ihn keine Sonderbereiche des Rechts. Er hatte keinen Makrostatus. Womit implizit bewiesen wird, dass Makroakteure auch nur Menschen sind. Allerdings ist die Miko-Makrodiskussion ohnehin müsig und ein weiterer Satz im Artikel verweist auf die Austauschbarkeit von Akteur und Netzwerk. System ist heutzutage die Metapher für das mikrosoziologische Netzwerk:

„[D]er hr war Opfer, nicht Täter, es handelt sich um ein ‚System Emig‘, von einem ‚System hr‘ kann keine Rede sein“.

Bemerkenswert ist, wie das Netzwerk HR den Makrostatus von Emig ausmacht und doch Opfer ist. Emig System ist demnach über den HR hinausgewachsen oder sollte ich gewuchert schreiben und lässt nicht nur den HR klein und machtlos wirken, sondern das ganze Netzwerk Namens Öffentlich Rechtlicher Rundfunk.

Anzumerken ist, das nach dem obigen Zitat dieses System doch als Biotop – oder als Familie wie Mafia oder die Firma – durchgehen könnte, da seine Frau die Beteiligung an SMP inkorporiert. Wenn die Famulie aber dem Mikro-Bereich dieser Welt zuzuordnen ist, wo bleibt dann der Sinn?

Das Rechtlich von Öffentlich Rechtlich müsste durch Aktionen wie sie Akteure dieser Coleur ausführen gestrichen werden, womit die gesamte Daseinsberechtigung dieses Netzwerkes in Frage gestellt wird. Das Netzwerk ist fast unschuldig, der Akteur wurde entlassen. Das Fast hängt an den unterlassenen Kontrollen. Doch Kontollen im Netzwerk gehen zu Kosten der (Mikro-)Empfänger, die mit Rundfunkgebühren für die Qualität der (ent- und gesendeten Makro-) Akteure zahlen.

Die Schuld des Netzwerkes, das den Akteur zum Makro erhob und ihn doch nicht von seinen unrechtsmäßigen Handlungen abhielt, führt zur Schuldmilderung. Die relativ erhöhte Strafbarkeit eines Makroakteurs wird durch die Verantwortlichkeit des Makros für den Akteur also relativiert. Ist er dann überhaupt Makro? Ja, denn wie sonst könnten seine Mikrobeziehungen ein Netzwerk derart in Angst und Schrecken versetzen.

Die Moral von der Geschicht‘: Sei deinem Netzwerk untreu – lieber nicht! Und wenn doch, dann fehlt die Makro-Kontrolle statt die Mikro-Selbstbeherrschung. Die Handlung des Einen ist die Handlung des Anderen. Schlecht nur, wenn sie nicht die gleichen Werte teilen und kommunizieren.

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