Networking und Adressen oder: Was ist URL

Networking benötigt Adressen, um die Akteure auffindbar zu machen. Ohne die Möglichkeit, dass zwei oder mehr Akteure sich wiedertreffen oder eine Kommunikation wieder aufnehmen kann kaum von Networking gesprochen werden. Das digitale Zeitalter oder das Informationszeitalter hat einen neuen Namen für das alte Phänomen Adresse. Was steckt dahinter, wie setzt sie sich zusammen?

Die Adresse im Internet, die zum Auffinden dieser Texte oder im Browser dargestellten Webseiten dient heißt Uniform Resource Locator (URL). Diese besteht aus mehreren Teilen: scheme, server name, path/Pfad und filename/Dateiname.

Ähnlich einer Telefonnummer mit Länder-, Orts- oder Netzvorwahl und schließlich der Nummer des Anschlusses, der wiederum in mehrere Unterstellen aufgeteilt werden kann ermöglicht die URL Interaktionen. Der Unterschied ist, dass die erreichbaren Akteure keine Menschen oder akustisch-automatische Operatoren sind sondern wesentlich vielfältiger, wenn auch homogener in ihrer Struktur. Eine Idee der hohen Standardisierung der Adressen – die im Bereich der Webseiten noch geringer ist, wie Initiativen gegen den Browserkrieg der wuchernden Extrakodes a la w3 zeigen – gibt auch der Vergleich mit Straßenadressen, die je nach Land gewisse Eigenheiten vorweisen – mit den Unterschieden der Inhalte wären die Gebäude mit unterschiedlichen Stilen und zugrunde liegenden Bauvorschriften vergleichbar.

In der digitalen Welt gibt es inzwischen glücklicherweise oben genannte Akteure, die nicht nur für das Networking zwischen Computern verwendet werden können, sondern auch für Dateien auf dem eigenen Computer. Am Anfang der Adresse beginnend gibt es neben dem üblichen oben genannten http-scheme, das entweder zu einer Datei führt (wenn es mit .html endet und sozusagen eine Sackgasse darstellt) oder zu einer weiter verzweigten Homepage (wenn es mit einem forward Slash/vorwärts Schrägstrich endet, die weitere Dokumente in einem – vom eigenen Computer gewohnten – Ordnerarchiv bereithält; ein Schrägstrich deutet einen Ordner oder eine Ebene eines Dateibaumes an) gibt es das File Transfer Protocol (FTP) zum Herunterladen von Dateien, oder mailto, news und file. Allen folgt ein Doppelpunkt. Außer mailto und news folgen ferner zwei Schrägstiche (http) oder drei (file). File bezieht sich auf den eigenen oder lokalen Computer, während http das weltweite Netzwerk von Computern, d.h. das Internet oder Intranet (etwa ein gesichertes Firmennetzwerk) einbezieht. Statt Servern oder einem Host (wie anthroponetworking.wordpress.com oder http://www.xyz.net) stehen nach file: also drei Striche, weil der zwischen dem zweiten und dritten Strich benannte Host wegfällt und ein Laufwerk (bei Windows mit einer vertikalen Linie/vertical bar: c⎟) eigene Computer adressiert wird.

Um die Darstellung der Inhalte weiter zu standardisieren, wurde XHTML entwickelt, das strengere Anforderungen an Programmcodes stellt, dafür aber in verschiedenen Browsern – insbesondere neueren – zu ähnlicheren Darstellungen verhilft. Es ist die gleiche Sprache wie HTML nur mit strengerer Syntax (Satzlehre oder Regeln für Sätze).

Networking benötigt also Adressen, die dem Zeitgeist entsprechend neue Namen erhalten haben: Telefonnummern (Festnetz und Mobilfunk), Faxnummern, URL, E-Mailadresse, ICQ, AIM, MSN, Chat, Yahoo, facebook, Xing und sonstige Internetdienste, die den Austausch von Nachrichten über mehr oder weniger spezielle Schnittstellen ermöglichen. Interessant ist, wie letztere den eigenen Namen wieder einführen und um Details ergänzen, wie Schule, Lebenslauf usw. und dadurch Personen gegebenenfalls ohne Kenntnis der althergebrachten Kontaktdaten auffindbar machen. Möglich wird dadurch die Webpräsenz ohne eigene Webseite oder die Community ohne örtlichen Bezug, sondern als vollzeitig vernetzte Interessengemeinschaft mit dezentraler Austauschmöglichkeit.

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2 Kommentare

  1. […] multimedial zu erfassen. Das Projekt Macospol wird diese Tools zum Erstellen und Verbessern von Webseiten für Forscher weiterentwickeln. Am – noch weit entfernten – Ende könnte eine Vereinfachung der […]

  2. […] und irgendwo in Frankreich – eine Adresse in Frankreich konnte ich nicht finden, dafür einige URLs (siehe […]


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