Open-Access als Networking einer sozialwissenschaftlichen Randbewegung

Katja Mruck und Günter May die Initiatoren von FQS (siehe auch Artikel Wissenschaftlichkeit des Alltags) sprechen auf Küchenradio über diesen Ansatz der als Open Access der Wissenschaft aus Versehen bezeichnet werden kann.

Sie differenzieren in diesem Beitrag anschaulich qualitative und quantitative Forschung und zeigen auf, dass die Stärken der qualitativen Forschung im Bereich der Theoriebildung liegen, die besonders in gesellschaftlichen Bereichen mit viel Innovation notwendig ist. Quantitative Forschung kann hingegen nur in theoretisch ausgereiften Bereichen angewendet werden und dient der Abfrage, der Quantifizierung von Phänomenen, die schon bekannt sind.

Die Entwicklung der quantitativen Forschung wird lebensnah geschildert und daran die Entstehung von FQS als Open Access geknüpft. Die Parallele des Grenzverlaufes von Open Access und Volunteering oder Ehrenamt, der so fließend ist wie die Grenze zwischen Web und Web 2.0 zeigt die Vergleichbarkeit der Problematik. Erst die längere Dauer des Bestehens und die Quantifizierung des Erfolges verschaffen Respekt in – konservativen – Netzwerken der Innovation.

Die Definition von Open Access ist laut dieses Beitrages, die kostenlose Online-Zeitschrift, die eine redaktionelle Umgebung, d.h. ein Lektorat für einen Artikel bereitstellt. Der von Katja Mruck so genannte goldene Weg wäre eine Primärpublikation online. Der güne Weg wäre zunächst in einer (Offline-)Zeitschrift zu veröffentlichen.

Dieser Artikel fiele demnach nicht darunter – obwohl er kostenlos und genauso zugänglich ist, nämlich zunächst – nur – durch einen vernetzten Computer.

Katja Mruck zeigt zudem wie der Newsletter von FQS mit über 9000 Empfängern Networking  materialisiert, beziehungsweise digitalisiert.

Die PDF-Downloads von FQS belaufen sich auf 3,5 Mio. was im Rahmen wissenschaftlicher Publikationen eine beträchtliche Zahl laut May ist. Pro Publikation sind im unteren Segment 3000-4000 Downloads zu verzeichnen. – Mit diesen Zahlen arbeitet sich eine Randbewegung weiter in Richtung Mitte.

Mein Urteil lautet hörenswert.

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1 Kommentar

  1. […] Katja Mruck and Günter Mey discuss OA (in German) in a 104 minute podcast from Küchenradio, October 14, 2008.  Mruck and Mey are editors of the OA journal, Forum Qualitative Sozialforschung.  (Thanks to Anthropnetworking.) […]


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