Networking für erneuerbare und dezentrale Energieressourcen

Eine neue Definition der Beziehung von Menschen und Energie steht am Ende einer erstarkenden Bewegung. Die Veränderungen in einem Netzwerk, das die Gegner vieler Aktivisten in der Vergangenheit verband, bringt – oder brachte – diese in neue Positionen innerhalb dieses Netzwerkes. Wie derlei Verschiebungen bewerkstelligt werden können, zeigt dieser Artikel anhand einer Veranstaltung auf.

Im Dezember findet die dritte Konferenz über die Integration für erneuerbare und dezentrale Energieressourcen (DER) statt. Die Konferenz bringt Akteure aus Nordamerika, Asien-Pazifik und Europa in Nizza zusammen. Themen der Konferenz werden Technik, Märkte und Regulationen sein, die darauf abzielen, DER in die Versorgungsnetze verstärkt einzubeziehen.

Die Konferenz findet im Kontext der steigenden Ölpreise und der politischen Ziele Europas, die vom Europäischen Energierat (European Energy Council) 2007 gesteckt wurden. Demnach sollen 20% des gesamten Energie aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen, weiter 20% durch effizientere Nutzung eingespart und ebenso 20% der Treibgase reduziert werden.

Die Organisation der Konferenz bezieht an sich ein Netzwerk von Akteuren ein, das es lohnt etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Die Europäische Kommission (EC) wird durch die Unterstützung des Projekts EU-DEEP, das von GDF SUEZ koordiniert wird, involviert.

Die Partnerschaft mit IRED-Cluster lokalisiert die Organisation der Veranstaltung zwischen Kassel und irgendwo in Frankreich – eine Adresse in Frankreich konnte ich nicht finden, dafür einige URLs (siehe unten).

Networking durch IRED und Technologieplattformen

IRED-Cluster ist ein Netzwerk von EU gesponsorten Projekten das von ISET (Institut für Solare Energieversorgung – Verein an der Uni Kassel) koordiniert wird. Das Wissenschaftliche Management von IRED obliegt Professor Jürgen Schmidt, dem Vorstandsvositzenden des ISET und Leiter des IEE_RE (Instiut für Elektrische Energietechnik, Rationelle Energiewandlung).

Die Homepage der Webseite besteht im Prinzip aus drei Links mit Erklärungen zu diesen und zu dem Projekt sowie einem Navigationsbereich, der in die Tiefen von IRED führt. Dadurch qualifiziert sich IRED als Networker, der DER-lab und den Bereich für Energieforschung der Europäischen Komission mit der dritten Konferenz verknüpft.

Partner von IRED sind 10 Organisationen, darunter befindet sich mindestens ein Einergieversorger, der sich für dezentrale Energiequellen zu interessieren scheint. Integration funktioniert nur bei der Einbeziehung aller betroffenen Akteure oder Stakeholder. Neben der Wegbereitung der Integration erneuerbarer Energien über Konferenzen und der Koordination des Wissensaustauschs innerhalb der EU-Projekte networkt IRED, indem es  für die EU die Internetplatform Smart Grids, eine Technologieplattform für Elektrizitätsnetzwerke der Zukunft erstellte.

Technologieplattformen sind Akteure, welche die EU in Auftrag gibt, um dadurch  aktorielles Wachstum zu ermöglichen und Wissen zu erzeugen, indem Informationen über neue Erkenntnisse verteilt und die Beteiligung von Akteuren ermöglicht wird. Ein lokaler Vorteil für lokale Akteure soll geschaffen werden, der als Vorteil für die Lokalität wirkt und so nach dem Nehmen an die Gemeinschaft zurückgibt.

Wie die Zielsetzung implementiert wurde, erklären zwei Listen unter dem Namen „Main Elements“ in der Navigationsleiste:

„The most important elements of the IRED Co-ordinated Action were the following:

  1. A systematic exchange of information and good practice by improving links to relevant research, to regulatory bodies and to policies and schemes on the European, the national, the regional and the international level.
  2. Set-up of strategic actions such as trans-national co-operation, the organization and a co-ordination of common initiatives on standards, testing procedures and the establishment of common education and training.
  3. Identification of the highest priority research topics in the field of integration and formation of appropriate realization schemes.

These actions were implemented by the following elements:

  1. The establishment of an expert-group covering important cross-cutting areas such as power-quality etc.
  2. The formation of a group of contact persons to national, regional and international policy and to programme makers and programme managers
  3. Set-up of a full data- and information-exchange system including the realisation of links to relevant national, regional and international electronic-information systems
  4. Organisation of conferences and workshops on the international and European level
  5. Exchange of personnel and joint supervision of theses and PhD-work by the participating institutions
  6. Production, exchange and dissemination of education material and good practice for higher education
  7. Organisation of regular cluster-co-ordination meetings
  8. Identification and integration of forthcoming relevant projects and activities into the cluster“

Diese Liste definiert Networking relativ umfassend und zeigt, wie sich Politik, Wirtschaft und Forschung nicht nur in Partnerschaften vernetzen. Wie wichtig die Zentralisation von Information und das Aufeinandertreffen für Networking ist, wird ebenso deutlich.

Networking von EU-DEEP

Diese Aspekte werden weiter vertieft beo EU-DEEP (European Distributed Energy Partnership). Es ist ein Regulatoren-, Wirtschafts- und Forschungsnetzwerk oder Konsortium von 41 Partnern aus 9 europäischen Staaten. EU-DEEP agiert für die Integration von dezentralen Energieressourcen im großen Stil. Dafür gilt es marktwirtschaftliche technologische und regulatorische Barrieren mit einem Budget von 30 Millionen Euro bis etwa 2010 einzureißen.

Mit dem Koordinateur GDF SUEZ (Gas de France) an Bord, der sich als Nummer Eins der unabhängigen Energieproduzent weltweit bezeichnet, ist der erste Schritt in eine bessere dezentrale Welt anscheinend schon getan. Die Informationsverbreitung des Konzerns ist jedenfalls beeindruckend wie die Übersicht der Group Webseites zeigt und beleibt somit – immerhin transparent – zentralistisch.

Konklusion

Diese Netzwerkbildung zur Integration dezentraler energieproduzierender Akteure könnte als eine Offensive gegen die Ölindustrie interpretiert werden. Es sind überwiegend Organisationen rund um die Stromversorgung beteiligt. Allerdings bilden sich hierbei Lobbys die insbesondere auch gegen die abgeschotteten Netze – ehemals staatlicher Akteuren – mächtiger Konzerne im Strommarkt agieren für die Integration der ehemaligen Konsumenten in die Gemeinschaft der Produzenten oder besser das gesamtgesellschaftliche Networking, im Sinne von Stromnetzwerken und Stromproduzenten unterschiedlicher Größen, beziehungsweise Kilowattmengen.

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