Visualisieren von und mit Webseiten

Dieser Post schlägt den Bogen von Kunst über die Wissenschaft zu Politik und tangiert die Wirtschaft. Alle haben eines gemeinsam: Sie visualisieren – unter anderem – Ideen, Daten, Probleme. Welche Mittel zu diesem Zweck stehen heute – gegebenenfalls frei – zur Verfügung?

Das Resumee verlinkt, wonach ich gesucht habe. Ein Tool, das komplexe Daten untersucht und in ihrer Vernetzung darstellt – auch wenn es nicht ganz so flexibel oder frei ist, wie ich es gerne gehabt hätte. Der Weg dorthin führt über verschiedene Werkzeuge zur Visualisierung. Zunächst erfuhr ich – und lesen Sie – jedoch über die Kunst.

Es gibt verschiedene Ansätze, nützliche und eher ästhetische lassen sich im Web finden. Das Visualisieren von, beziehungsweise des Networkings von Webseiten ist hier möglich.

Hinter dieser Anwendung von 2006 stecken Künstler, die das Web für kollaborative Kunstprojekte nutzen und „aharef“ sozusagen als Networker nutzen.

Eines dieser Projekte heißt onethousandpaintings. Der Name ist Programm, Inhalt  und Preis. Ein anderes damit verknüpftes Projekt ist 365specialdays, dort werden Gemälde anhand einer eingesendeten Story erstellt. Story und Gemälde werden auf der Webseite veröffentlicht und das Gemälde geht an den Urheber der Geschichte für den Preis in Höhe der Anzahl von Tagen eines halben Jahres – 182,5 US-Dollar.

Bei einer Diskussion auf spreeblick über den (Un-)Sinn dieser Anwendung antwortet der Erfinder:

Sala:

Ich kann gerne sagen, wofuer das gut ist (ich hab das Applet schliesslich programmiert 😉

– Es ist gut, mal was mit Processing zu machen, das ist naemlich ein fantastisches Tool
– Es ist gut, die Dinge mal aus anderes Perspektive zu betrachten (HTML von diesem Applet gerendert anstelle vom Browser
– Es ist gut, dass soviele Leute Freude daran haben (12000 hits alleine gestern)
-Es ist allerdings schlecht fuer mein Konto, weil das Applet fast ein Mega gross ist, und ich fuer Bandwith zahlen muss
– Im Gegenzug ist es dafuer wieder gut, dass die Leute auf mein onethousandpaintings.com Projekt aufmerksam werden, da gingen naemlich dank dieses Tools in den letzten 24 Stunden 11 Bilder weg.

Noch mehr? ;-)“

Die Webseiten-DNA oder die Visuelle Dekonstruktion von Kodeoperationen sind andere Ansätze.

Jenseits dieser kreativen Anwendungen ist die Visualisierung von Daten ein  Aspekt der Wissenschaft – neben der Erstellung und Vernetzung von Daten -, der wichtiger wird. Nicht zuletzt durch die Informationstechnologien erlebt die Partizipation von Bürgern in der Politik eine Renaissance.

Die Herausforderung dabei ist, Informationen einerseits allgemeinverständlich, gewissermaßen abstrakt und andererseits detailliert darzustellen,  um eine möglichst objektive Einarbeitung in zum Teil hochspezialisierte Bereiche zu ermöglichen.

Eine historisch wohl am häufigsten angewandte ‚Alternative‘ dazu ist, eine Regierung, die von Spezialistengremien beraten oder geführt wird. Na und? Das Problem dabei ist, dass der Bürger im Prinzip mit dem Argument aus der Entscheidungsfindung der Demokratie verabschiedet wird, dass Sachverhalte – wie etwa Kommunikation über das Telefonnetz und das Internet – zu komplex oder kompliziert seien, um jeden mitreden zu lassen. Der Bürger partizipiert dann nur als Wähler der Politiker und kann teilweise überhaupt keinen Einfluss auf die involvierten Spezialisten nehmen. Spezialisten, die auch als Lobbyisten agieren können. Dies soll das Projekt Macospol ändern.

Allerdings suche ich heute noch nach den Anwendungen, die das bereits umsetzen. Doch jeder Tag der Suche birgt seine Neuigkeiten – die inzwischen vielleicht schon alt sind. So fanden sich folgende Tools über die Suche nach Visualisierung unter anderem durch obige Aktionen von Künstlern aus dem Jahre 2006 noch heute an oberster Stelle der Suchmaschine.

Werkzeuge zur Visualisierung

Um den Graphen zu drucken, den aharef erstellt sind folgende komplexe Handlungen notwendig, die auf weitere Umwege führen. So soll das Erlangen von Programmierkenntnissen mittels Processing zu einem interaktiven Erlebnis werden. Dieses Programm networkt für die Visualisierung folgendermaßen:

  • The Processing Development Environment (PDE). This is the software that runs when you double-click the Processing icon. The PDE is an Integrated Development Environment (IDE) with a minimalist set of features designed as a simple introduction to programming or for testing one-off ideas.
  • A collection of functions (also referred to as commands or methods) that make up the “core” programming interface, or API, as well as several libraries that support more advanced features such as drawing with OpenGL, reading XML files, and saving complex imagery in PDF format.
  • A language syntax, identical to Java but with a few modifications.
  • An active online community, hosted at http://processing.org.

Der Weg zu dieser Erkenntnis, das jeder Java schreiben kann ohne Geld auszugeben oder programmieren zu können führt über die oben beschriebenen Umwege. Den Weg aufzuzeigen ist ein elementarer Bestandteil dieses Blogs. Den Weg nachvollziehbar zu machen bedeutet Spuren zu hinterlassen. Die Spuren lesen zu können ist die Kunst des Pfadfinders. Die Kunst des Pfadfinders ist das Spurenlesen. Das Geheimnis dieser Kunst in der Blogosphäre ist schlicht: Der letzte Pfad ist stets der letzte bearbeitete Artikel oder Kommentar – und daher rührt der virale Charakter des Web 2.0.

Doch um den Graphen zu drucken muss noch eine Library für Processing heruntergeladen und den Anweisungen folgend auf dem Rechner gespeichert werden…

Die Basics der Visualisierung liegen im Webcrawling, das die entsprechenden Daten bereitstellt und das die wohl populärste Anwendung des Netzes sein dürfte, da es das Fundament einer Suchmaschine ist.

Ein weiterer – unkomplizierterer – Akteur, der die Darstellung von Webseiten im Browser via Skript verändert, kann per Drag&Drop in die Lesezeichen-Symbolleiste integriert werden, um fortan per Klick die Links in der Suchleiste so zu manipulieren, dass die Strukturen der Webseite preisgegeben werden. Er heißt Ziggurat:

„The Ziggurat is a favelet, or bookmarklet, which is just a bit of JavaScript in a link.“

Barrierefreiheit und Semantik einer Webseite können somit ganz einfach durch eine veränderte Visualisierung des Quellkodes im Browser überprüft werden.

Auch Log-Dateien und Nutzeraktivitäten lassen sich unterschiedlich visualisieren.

Eine andere Richtung zur Visualisierung wird bezüglich der Automation eingeschlagen. Hier geht es nicht (nur) darum Beziehungen Zugriffe oder Aktionen anzuzeigen, sondern aktiv zu werden. Maschinen wollen heutzutage direkt über Internettechnologie gesteuert oder  Prozesse visualisiert werden, indem etwa Betriebsdaten über Webbrowser angezeigt werden. Das heißt das Netzwerk oder/und dessen Leistung soll auf dem Bildschirm angezeigt und über den vernetzten Computer gesteuert werden ohne ein weiteres Interface – einen fremdartigen Netwoker im Zeitalter des Computers und der leistungsfähigen mobilen Endgeräte mit Touchscreen, die Nomadismus für Schreibtischtäter ermöglichen.

Internettechnologie hilft auch bei der Architektur. Zur Web-Visualisierung von Bauwerksmodellen mit Open Source Software gibt es bereits eine Anleitung – von der allerdings zur Verkaufsförderung des Buches nur Häppchen im Netz sind.

Resumee

Die Bewerkstelligung der Visualisierung ist relativ kompliziert sofern kein (NM-)Akteur dies übernimmt. Das Erstellen eines Diagrammes mit einer Tabellenkalkulation oder das Erstellen von Graphen mit Webseiten fällt noch relativ leicht und führt dazu, dass derlei Akteure häufiger zirkulieren. Letzteres ist lediglich die Netzwerkvariante der offline Produktion von Grafiken, die schon seit längerer Zeit – etwa seit der Evolution des Artefakts Computer, dessen Software und insbesondere der Ära visueller Benutzeroberflächen – existiert.

Doch ein Programm zu schreiben, das die gewünschte Visualisierungen generiert, ist schon eine Nummer für sich, die nicht ohne weiteres durch ein Programm im Handumdrehen erledigt werden kann. Dieser Sachverhalt weist somit Analogien zur stetig abnehmenden Problematik der Erstellung von Webseiten auf.

Hier zeigt sich, wie Artefakte, Diagramme und Personen zusammen evolvieren und wie berechtigt eine dreifache Mediengeschichte ist, die diesen durch die Zeit folgt, wie Erhard Schüttpelz sie fordert.

Eine statische Skizze von Networking ist einfach mittels Bildbearbeitungsprogrammen zu erstellen. Wirklich interessant ist allerdings eine dynamische Karte, die es bewerkstelligt den Akteuren – mehr oder minder abstrakt – zu folgen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt noch keine Kommentare.

Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s