Konvergenz als Networking im Medienbereich

Konvergenz ist ein Schlagwort im Medienwettbewerb. Was als Konvergenz erscheint lässt sich im Rahmen der ANT als Networking beschreiben oder in der Wirt- und Gesellschaft umsetzen.

Der Medienwettbewerb, d.h. der Wettbewerb von Medienunternehmen ist gekennzeichnet durch strukturelle Umwälzungen. Das Wettbewerbsumfeld der klassischen Medienunternehmen verändert sich durch den Zutritt von Computer- und Telekommunikationsunternehmen. Das führt zu einer problematischen Abgrenzung der Märkte. Wodurch die Grenzen zwischen diesen Märkten fließend wurden.

Dieses Phänomen spiegelt sich laut Wirtz (Medien- und Internet-Management) etwa in einer Ergänzung der Produkte Print und TV um Internet- und Multimediaangebote seitens der Anbieter wieder. Als Ursache kann die soziotechnische Konvergenz der Bereiche (1) Medien, (2) Informationstechnik und (3) Telekommunikation identifiziert werden. Konvergenz wird dabei definiert als (1.) die technologische Annäherung  (2.) die Zusammenführung von Wertschöpfungsbereichen in den obigen 3 Bereichen und (3.) die Vernetzung der Märkte.

Ferner beschreibt Witz drei Determinanten der Konvergenzentwicklung, die über die soziotechnischen Konvergenz hinaus gehen auf die Individuelle Akteursebene:

  1. Digitalisierung (technologische Basis der Konvergenz)
  2. Deregulierung der Märkte (marktwirtschaftlicher Rahmen)
  3. Veränderung der Akteursaktionen

Die Akteursaktionen beschreibt Wirtz als Nutzerpräferenzen, die mit den Schlagworten Fragmentierung und Individualisierung des Medienkonsums im Gegensatz zum Zeitalter der zentralistischen, klassischen Massenmedien augenscheinlich werden.

Witz definiert vier Konvergenzebenen:

  1. Branchenkonvergenz
  2. Anbieter- und Unternehmenskonvergenz
  3. Geschäftsfeldkonvergenz
  4. Produktkonvergenz

Eine Branche kann als Netzwerk mit ähnlichen Akteuren verstanden werden, deren Aktionen entweder gleich sind – wodurch Konkurrenz entsteht – oder ineinandergreifen – wodurch Kooperation entsteht. Wobei durch die Konvergenz im Prinzip eine Verschiebung hin zur Konkurrenz bezeichnet wird, da Akteure zunehend gleiche Aktionen ausführen.

Branchen mit ehemals etwa unterscheidbaren Berufsbildern suchen nun nach Akteuren, die heute inetwa die gleichen Aktionen ausführen. So wird etwa ein Lithograph durch Lehrgänge zu einem Mediengestalter, eine Agentur aus der Druckvorstufe zu einer Mediaagentur oder ein Telekommunikationsanbieter zum Informationsanbieter und statt unterschiedlicher Geräte, die nicht zuletzt diese Branchen definierten finden sich menschliche Akteure zunehmend einem Interface ausgesetzt: Dem Computer.

Der Computer wurde der soziotechnische Networker. Wodurch der Nutzer zum Vernetzten wurde. Dieser unterscheidet sich vom Rezipienten der Massenmedien. Ein Nutzer networkt selbst! Er verfügt über weitere Akteure mit Display wie Handy und E-Books (als abgespeckte Computer). Er hat gar seine eigene digitale Identität, den Avatar. Sogar das Soziale ist heute digitalisiert und heißt im Zeitalter der Soziotechnik Social-Networking.

Insofern wird in den digitalen Medien nicht mehr publiziert sondern vielmehr werden Akteure ver-netzt.

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1 Kommentar

  1. […] Werbebereich ist eine ähnliche Strömung wie im Medienbereich, dort wird sie unter dem Schlagwort Konvergenz besprochen, aktuell. Dieses Networking wird von Recma in folgende Kategorien […]


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