Domains verwalten als Networking

Dieser Artikel untersucht die Verwaltung von Namen im Internet und den Eintritt der Namen ins Internet. Er zeigt verschiedene Möglichkeiten auf Domains zu verwalten und damit Geld zu verdienen oder zu sparen. Außerdem reflektiert er das Prinzip-Apple.

Gäbe es keine Domains, müssten wir alle Akteure im Internet über Zahlen kontaktieren wie beim Telefonieren. Doch wie wird gewährleistet, dass kein Name doppelt ist? Natürlich funktioniert das künstlich.

Das funktioniert durch Networking. Einem Akteur aus Deutschland wird hier zunächst gefolgt, um schließlich zur Zentrale in den USA zu gelangen.

Denic verwaltet als Registrierungsstelle die gesamte Domain .de über Provider/Mitglieder und über Denicdirect (Verwaltung: 58,- €/Jahr) können Domainnamen der Domain .de verwaltet werden.  Die Mitgliederzahl stieg seit der Gründung 1996 bis 2007 von 42 auf 266. Dieses Wachstum wurde durch die Eintragung als Genossenschaft beim Amtsgericht Frankfurt am 29. September 1997 möglich.

„Die DENIC eG verwaltet als nicht gewinnorientierte Registrierungsstelle die Domains unterhalb der Top Level Domain .de. Entstanden in selbstorganisierter Form aus einer Initiative der Internet Industrie, sieht sie sich der deutschen Internet Community gegenüber verantwortlich und verpflichtet.“

Wie werde ich Teil des Netzwerkes? Ein Test auf die technische Kompetenz nach einer Denic-Schulung ermöglicht jedem, der Domains verwalten will, Mitglied zu werden, indem er per Unterschrift – eine Subskription in der Terminologie der ANT im wahrsten Sinne des Wortes – die Mitgliederbedingungen akzeptiert und sein Handeln dem unterschriebenen Dokument entsprechend ausrichtet. Die Mitgliedschaft gewährt direkten Zugriff auf das elektronische Registrierungssystem, wodurch die Prüfung der Mitglieder legitimiert wird. Sie ist aber auch mit der Mitarbeit in den Gremien der Genossenschaft und dem Mitspracherecht bei der Registrierungspolitik und den technischen Abläufen verbunden.

Die Kosten der Mitgliedschaft sind nicht öffentlich einsehbar, wer diese Informationen haben will, bahnt bereits die Vernetzung mit der Genossenschaft an.

Domain-Verwaltung über Dienstleister

Die kostenlose Verwaltung von Domains etwa für den Domainhandel wird ganz unten beschrieben, ein Umweg über Webhosting kann nämlich vergleichsweise teuer werden. Sehen wir uns den Markt anhand einiger Fallbeisiele an.

Eine kostenlose Verwaltung von Domains, die zudem als anbieterunabhängig beworben wird, bietet etwa domaisy durch eine Finanzierung über Zusatzleistungen. Der Aktionspreis für eine .de-Domain beträgt 5,95 Euro. Genauere Infos können erst nach Anmeldung eingesehen werden – das exklusive Networking der Genossenschaft prägt also auch Akteure, die im weiteren Aktionsnetz dieser Dienstleistung stehen – domaisy ist kein Mitglied von Denic.

kr2domains – ebenfalls kein Mitglied – hat folgende Liste mit Leistungen/Alleinstellungsmerkmalen:

  • Domainregistrierung in Echtzeit
  • Keine Einrichtungsgebühren
  • Website-Vorlagen zum schnellen Einrichten Ihrer Webvisitenkarte
  • unbegrenzt Emailweiterleitungen
  • Automatische Domainweiterleitung
  • Externer kostenloser Webspace nutzbar
  • unbegrenzt Subdomains (auch auf Unterverzeichnisse schaltbar)
  • Kunde wird als Admin-c / Domaininhaber eingetragen
  • Eigene Nameserver möglich
  • Kostenloser Support per Email/Telefon
  • Keine 0180er/0900er Telefonnummern
  • Kostenloser Providerwechsel bei populären Domains
  • Suchmaschinenoptimierung durch Meta-Angaben
  • persönliches Domain Admin Center zur Domainverwaltung

Der Preisliste ist zu entnehmen, das Trinidad und Tobago die zweit teuerste Domain .tt hat. Stolze 1699,- € müssen für 2 Jahre berappt werden. Ein Jahr Kiribati als Domain .ki kostet 999,- €. Die von Denic verwaltete .de ist mit 9,- € die billigste Domain bei diesem Anbieter/Provider. Bei Denicdirekt kostet  sie 116,- Euro (inklusive Domainverwaltung durch Denicdirect und Konnektierung für ein Jahr).

Ein Denic Mitglied ist zum Beispiel Artfiles. Webhosting wird hier ab 0,29 Cent mit einer Einrichtungsgebühr von 9,99 angeboten. Die Preise und Pakete für Webhosting sind sehr unterschiedlich. Das Plus an Markttransparenz vermisse ich gerade im Bereich der technischen Dienstleistungen im Internet, obwohl das Internet angeblich für mehr Transparenz sorgen sollte, indem es Preise per Klick vergleichbar macht.

Ein Weg Hierarchien als Ordnungsinstrument ins weltweite Angebot des Internets einzuführen, ist auf Auszeichnungen zu achten.

Strato wurde als Webhoster/Provider ausgezeichnet – von den Lesern der Zeitschrift PC-Praxis – und bietet noch eine Aktion bis 30.04.2009 bei der 6 Monate umsonst sind, die Einrichtungsgebühr und die restlichen 6 Monate der Mindestlaufzeit schlagen dann mit insgesamt etwa 12-22 €/Monat je nach Paket zubuche. Diese Pakete gehen allerdings wie das Angebot von Artfiles über die bloße Verwaltung von Domains hinaus, so werden etwa Webspace – eine beschränkte und kostengünstigere Version der Servermiete – und Hilfsprogramme zur Erstellung von Webseiten in einem geschnürten Paket/Bündel mit angeboten.

Die Auffindbarkeit im Netz über den eigenen Namen und eigene Webseite ist über HUYNH communication für private Nutzer, die bereits eine Domain haben ab 4,99 €/Monat zu haben.

Muss also nur noch eine Webseite geschrieben werden, das geht entweder mit einem Textbearbeitungprogramm oder mit mehr oder minder elaborierten und kostenintensiven Programmen und sogar mit CMS/Content Management Systemen wie Typo 3.

Der Webauftritt kostet Zeit und/oder Geld. Eine Kalkulation wäre: Domain+Domainverwaltung (insbesondere bei mehreren Domains)+Webspace+Erstellung der Webseite.

Bei der Erstellung sollte auf eine einfache Bearbeitung der Inhalte – ggf. ohne Programmierkenntnisse – geachtet werden. Wer viel mit Bildern oder gar Videos arbeiten möchte, sollte außerdem auf ein entsprechendes Upload-/Volumen achten, denn wie schnell sind heutzutage 1000MB belegt, bzw. wie stark wird die Kreativität oder die Qualität gebremst, wenn etwa nur 10 MB am Stück hochgeladen werden können.

Vergleich mit aktuellen soziotechnischen Angeboten

Angebote wie MobileMe von Mac kosten 99,- € im Jahr. Diese zielen auf einen nicht-unbedingt öffentlichen Nutzer ab, das heißt Nutzer die verschiedene Geräte nutzen, welche auf das Internet zugreifen können, synchronisieren diese über einen online Server. Was hat das mit Domains zu tun?

Der Service ersetzt die .Mac-Domain, die wiederum den einst kostenlosen service iTools ersetzte. Hier können auch Webseiten veröffentlicht werden oder nur Bilder. Ein Artikel auf macworld beschreibt die Diskrepanz der zwei Nutzer anhand eines Fallbeispiels, das eine Gender-Unterscheidung einführt: Sync für Männer, Bilder-Sharing für Frauen.

Wichtig ist das dahinter stehende Prinzip, das den Erfolg von Apple ausmacht. Ein Teil der Möglichkeiten, die eine eigene Webseite bieten kann wird teuer weiterverkauft. Dafür ist es auf den Verbraucher und ein paar – mobile – Geräte zugeschnitten. Genau darin besteht die Magie von Apple, aus Einschränkungen Vorteile zu generieren, die teuer bezahlt werden. Diese Magie Bedeutet nicht zuletzt den Wert einer Marke.

Eine Domain erleichtert das Aufgefundenwerden durch andere, Angebote wie MobileMe erleichtern das Auffinden anderer, bzw. den Zugriff auf wichtige Informationen wie Kalender, Adressbuch von virtuell überall. Diesen Service über die eigene Webseite abzuwickeln bedarf eines größeren Aktionsnetzes, das durch die Zahlung des Apple-Preises massiv verkürzt werden kann.

Doch auch hier gibt es Alternativen etwa aus dem Bereich der Social-Media. Über Networking-Plattformen wie Xing kann das Adressbuch ebenfalls online verfügbar gemacht werden. Außerdem können die Geräte ohnehin mithilfe von sogar mitgelieferten Programmen offline Synchronisiert werden. Unter diesem Aspekt betrachtet, wird letztlich das fehlende Organisationstalent teuer bezahlt.

Zentrale Gewährleistung der Einzigartigkeit

A propos Organisation, über die Seite des Denic Mitglieds kommt mindestens ein weiterer Akteur ins Netzwerk zur Verwaltung ihrer Domain.

Dem als dezentral gepriesenen Internet mit seiner intuitiven Suchfunktion, die Erfolgsgeschichten etwa von Suchmaschinen mit zu verantworten hat, liegt eine sehr zentrale und geographisch lokalisierbare Vergabestelle für Domains zugrunde, die wiederum Networking betreibt, indem die Aktion Domainverwalten in weitere Akteure aufgesplittert wird.

Wer sind diese Akteure? IANA und ICANN.

Hinter dem Kürzel IANA versteckt sich keine Behörde – zumindest nicht direkt – wie der Name vermuten ließe: Internet Assigned Numbers Authority. IANA ist eine international verwaltete Non-Profit-Organisation.

„Specifically, IANA allocates and maintains unique codes and numbering systems that are used in the technical standards (“protocols”) that drive the Internet.“

IANA ist aber auch keine selbständige Organisation, denn ICANN betreibt IANA. ICANN heißt Internet Corporation for Assigned Names and Numbers und hat eine typische Non-Profit-Organisationsstruktur und den typischen Make-A-Difference-Kanal. Interessanterweise enstand ICANN 1998 während IANA seit 1970 existiert – die Geschichte der Zahlenverbindungen im Internet geht also weiter zurück als die der Namen, nicht zuletzt wegen der engen Verbundenhait von Telekommunikationstechnologie und Internettechnologie.

Networking für das weltgrößte Netzwerk, das Internet, sieht folgendermaßen aus:

„To improve its operations, IANA is actively involved in outreach too. As well as in ICANN forums, IANA participates in meetings and discussions with TLD operators, Regional Internet Registries, and other relevant communities. The Authority provides a manned helpdesk at IETF meetings to allow one-to-one interaction with its largest community of users – protocol developers.“

Über Foren und Treffen sowie Diskussionen mit Gemeinschaften – und Genossenschaften – wird die Politik der Internet-Domains generiert.

„ICANN doesn’t control content on the Internet. It cannot stop spam and it doesn’t deal with access to the Internet. But through its coordination role of the Internet’s naming system, it does have an important impact on the expansion and evolution of the Internet.“

Doch trotz der weltweiten Auswirkungen der Entscheidungen dieser Organisation, werden Regierungen nur als Berater in die Stiftung einbezogen – und das ist vielleicht auch besser so. Lediglich die US-Amerikanische Regierung hat einen Sonderstatus. Durch die Rechtsform der Organisation ist sie dem US-Handelsministerium untergeordnet wie Die Welt schreibt.

ICANN hat eine Sammlung von Videos, die einen Überblick über deren Networking anhand vergangener Veranstaltungen geben.

Kostenlose Domainverwaltung über Online-Software

Seit 2003 besteht zumindest eine Möglichkeit Domains kostenlos zu verwalten per Online-Software:

„united-domains betreibt eine der größten deutschen Handelsbörsen für Domain-Namen! Die Nutzung ist im Gegensatz zu anderen Anbietern völlig kostenfrei. Eine Vermittlungsprovision wird nicht erhoben. Unsere Kooperation mit der weltweit größten Handelsbörse sedo bietet Ihnen optimale Erfolgschancen.“

United Domains stellt diese Software zur Verfügung und informiert zugleich über das Networking mit sedo. Sedo ist eine Art Börse für Domains, die angibt, 690000 Mitglieder zu haben und mit über 11,5 Mio. Domains zu handeln. Das ist Zirkuliation pur, die den Zusatz wirtschaftlich verdient, denn sie zielt auf Handel und Gewinnerzielung ab.

Bis auf den Verkauf von Domains wirbt sedo mit gratis Dienstleistungen rund um Domains. Dann also viel Spaß beim Domainieren.

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