Abenteuer US-Visa

Ein Visa für die USA zu erhalten, kann ganz schön nervenaufreibend und ressourcenintensiv sein. Solange keine Ambitionen bestehen über drei Monate zu bleiben, stellt das für viele Nationalitäten noch kein Problem dar. In diesem Fall kann auf dem Flug ein entsprechendes Formular ausgefüllt werden.

Planung

Sofern ein längerer Aufenthalt ansteht, gilt es allerdings einiges zu beachten. Für Angehörige gibt es spezielle Visa etwa das H4 Visum für Angehörige von H3 Visainhabern. In meinem Fall wurde allerdings dennoch ein B1/B2 Visum ausgestellt, das für Geschäftszwecke (B1) oder Tourismus (B2) gilt.

Nach der Auswahl des entsrechenden Visums, muss ein Konsulat aufgesucht werden, das die Unterlagen entgegennimmt und den Pass mit dem entsprechendem Visum versieht. Dieser wird postalisch zurückgesendet, weshalb etwas Zeit dafür einzuplanen ist (etwa eine Woche) und ein frankierter Rückumschlag (mindestens Din-A5) miteingereicht werden muss.

Bei der Bewerbung um ein Visum ist die Webseite der US-Botschaft, bzw. der US-Konsulate dringend zu empfehlen.

Der Prozess im Konsulat ist ebenfalls zeitaufwändig und wegen der frühen Termine, die in einer Massenabfertigung halböffentlich abgearbeitet werden, kann eine Übernachtung erforderlich sein. Konsulate die Visaangelegenheiten bearbeiten sind in Berlin, Frankfurt und München.

Konsulat

Der Beginn des Prozedere am Konsulat beginnt bei mir mit Schlangestehen vor der Botschaft. Ein Polizist weist darauf hin, dass keine elektronischen Geräte mitgenommen werden dürfen – Handy oder MP3-PLayser also zu Hause oder im Auto lassen. Nachdem in vierer Gruppen eine Art Flughafenkontrolle mit Taschenscan und Metalldetektor durchlaufen wurde, geht es vom Wachhäuschen wieder nach Außen durch eine Art Tigerkäfig zum Eingang.

Durch eine massive, elekrtonisch verriegelte Doppeltür gelangen wir in die Eingangshalle, in der ein Briefmarkenautomat steht und der Beamte, der die Außentür entriegelt hinter einem Empfangsschalter mit Sicherheitsglas sitzt. Er weist uns an, durch die nächste massive Türe zu gehen, hinter der eine Beamtin an einem Pult steht, die erklärt, dass wir an den Tischen um die Ecke dem grünen Blatt entsrechend, das auf den Tischen liegt, unsere Unterlagen ordnen sollen. Danach muss sich bei einer an einem weiteren Pult im Raum sitzenden Beamtin angestellt werden.

Diese kontroliert die Unterlagen grob auf Vollständigkeit und Reihenfolge. Gegebenenfalls klippt sie das Passbild (im Vormat 5×5 cm) an das entsprechende Blatt. Sie weist an, dass danach am Schalter hinter ihr anzustehen sei – als sie bemerkt, dass sich einige auf die Stühle, die den Raum unterteilen setzten, ermahnt sie diese die Anweisungen genau zu befolgen und stehe zu bleiben.

Der Schalter ist Teil einer neuen Etappe. Eine Wand mit Schltern bildet das hintere Ende des Raumes. Zwei Schalter sind mit einer Kabine versehen, die anderen quasi nicht voneinander abgetrennt. Hinter der Wand mahlen die Mühlen der Bürokratie. Tische, Zettel, Maschinen und Menschen befinden sich im Einklang. Worte werden meist über die Sprechanlage über die Wand mit Sicherheitsglas ausgetauscht. Am ersten Schalter fagt eine Beamtin nach dem Grund des Aufenthalts, heftet die Unterlagen zusammen, nachdem sie diese nocheinmal kontrolliert und übergibt sie der internen Zirkulation. Durch die Durchreiche übergibt sie eine Nummer und einen Zettel. Sie erlaubt platz zu nehmen und auf den Aufruf der Nummer zu warten, um die Fingerabdrücke abzugeben.

Auf dem Zettel wird darauf hingewiesen, dass keinerlei Anspruch auf ein Visum bessteht und die Vergabe ohne Angabe von Gründen verweigert werden kann, selbst nach erhalt des Visums bei der Einreise. Der Zettel und die Nummer muss nach dem Aufruf der Nummer am Schalter abgegeben werden, an dem die Fingerabdrücke genommen werden.

Am nächsten Schalter findet das Gespräch statt, das im Prinzip jeder im Raum mithören kann. Dieser Beamte verlangt weitere Nachweise über ausreichende finanzielle Ressourcen und Belege über Umstände, die eine Rückkehr erfordern oder implizieren. Er entscheidet über die Vergabe des Visums und weist darauf hin, dass der Flug nun gebucht werden könne.

Einreise und Möglichkeiten zur Teilnahme am Gesellschaftlichen Leben

Der Beamte am Flughafen hat bei der Immigration/Einwanderung meinen Angaben entsprechend spezifiziert, wofür eine Aufenthaltsgenehmigung gilt.

Diskussionen zufolge darf selbst ein Tourist sich gesellschaftlich erquicken. Wer bei einem längeren Aufenthalt mit B2 dennoch gerne Tätig werden möchte, kann dies tun, sofern keine kommerziellen Bedürfnisse – außer Konsum – befriedigt werden. Keine heißt, dass weder irgendwelche geldwerten Vorteile oder Kompensationen für Ausgaben angenommen werden dürfen. Es darf auch keine Stelle angenommen werden, die normlerweise bezahlt wird oder die einem Unternehmen dient, das Profit erwirtschaften will, d.h der Privatwirtschaft angehört. Laut britischem Konsulat ist dafür allerdings B1 notwendig, sie veranstaltet gelegentlich einen Webchat und bietet historische Chats zum Download.

Eine Faustregel kann sein, dass sobald ein US-Akteur zahlt oder aus der Arbeit nachhaltig profitiert, etwa im Sinne von Vorlesungen oder Forschung, kein B1/B2 Visum erforderlich ist, sondern ein anderes. Der Akteur muss im Voraus ein entsprechendes Schreiben bereitstellen.

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