Reise

Wie, wohin und warum bild127reise_fra_plan.jpg

Auf dieser Seite finden Sie die Bewegungen des dokumentierenden Akteurs über Ländergrenzen hinweg. Das Ziel ist Networking in einem globalen Rahmen zu verfolgen. Die grobe Bewegungsrichtung ist von Westen nach Osten. Der ‚hub‘ ist Singapur.

Dabei werden einerseits innere Eindrücke, andererseits Aufnahmen der Umgebung geliefert, die ich gerne diskutieren möchte. Feedback ist explizit erwünscht.

Ein besonderes Augenmerk wird mit dieser Seite auf die Passagepunkte gelegt, die letztlich zur Mobilität führen, um zu networken.

Die Reise wird teilweise nachträglich aus der Homepage selektiert, vieles stammt aus dem Offline-Backbone dieser Seite.

Übergang zum Kosmopolit

Der Beginn der Reise liegt lange vor den gepackten Koffern, die ein essentieller Passagepunkt sind, um aktoriale Identität mitzunehmen. Ohne diese verbriefte Identität wäre es im Übrigen unmöglich zu fliegen. Aber nicht jedes Dokument ist hinreichend identitätsstiftend.

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Vor der Ankunft am Bahnhof Flughafen in Frankfurt am Main musste ich zum Bahnhof in Fürth kommen – zu dem ich von meinem Wohnort in Hamburg wegen einer verzweigten Networkinggeschichte gekommen bin, hierzu an anderer Stelle mehr -, um einen Umweg nach Nürnberg zu fahren.

Nur noch dort halten ICE in Mittelfranken. Wahlweise hätte ich auch über Würzburg ins ICE-Netz einsteigen können. Vom Gleis über eine Rolltreppe und nach der Rezeption einiger Schilder zu einer Anzeigetafel. Sie markiert den Passagepunkt der Nation zur Internation. Die meisten Ziele leigen außerhalb Deutschlands, viele außerhalb Europas.

Flughafen Frankfurt Main

Ein Labyrinth, das einem Dschungel aus Wegweisern gleichkommt, durchschreitend nähere ich mich dem Terminal der Bestimmung. Ich bin nicht allein beim Passieren dieser kommunikativ sinnhaften Umwelt.

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Sequenz Rolltreppe, die Dritte:

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Nur selten höre ich Krisengespräche wie: „Zu welchem Terminal müssen wir“, „welche Fluggesellschaft haben wir“oder „an welchem Terminal fliegt XY“. Die mitteilungsbedürftigen Nichtmenschen, d.h. die Tafeln und Schilder werden gelegentlich von Menschen für andere übersetzt.

Die meisten tun dies – wie ich – selbst und gehen dann wortlos an den Passagepunkten vorbei, die ihnen vielleicht nicht einmal wichtig vorkommen, weil sie dabei routinierte Pfade gehen. Ich bin jedoch aufmerksam, weil ich gerade so zusagen eine medienwissenschaftliche Diplomarbeit mit einer Reise schreibe und mir deshalb alles fremd vorkommt, vor allem wenn es kommuniziert. Zudem hatte ich eine Krise um hierher zu gelangen: Der Wecker schellte viel zu früh.

Interkulturelle Differenzen als Zeichen bild133reise_fra_sin.jpg

Vielleicht erkenne ich deswegen: Durch traditionelle Kleidung, die Regionen der Welt eindeutig zuordenbar ist, können Menschen kommunizieren ohne zu sprechen. Sie stehen zumindest für Himmelsrichtungen. Ich fliege mit der Airline Quatar, die wie das Land heißt und im relativ nahen Osten liegt. Ein Scheich – so denke ich zumindest wegen der Kleidung – weist mir den Weg anstelle eines Sternes oder eines sonstigen Zeichens. Ich sehe ihn und bekomme eine Ahnung (nur eine Ahnung, daher das unscharfe Bild) von der Richtung, in die ich, um zu meinem Schalter zu gelangen, gehen muss.

Interessanterweise ist später in dem Flugzeug stets eine Anzeige auf den Monitoren eingeblendet, das die Postion des Flugzeuges in Bezug auf Mekka und die Entfernung angibt.

Gepäckabgabe

Ein erstes Ziel stellt der Schalter dar, an dem ich das Gepäck einchecke. Gewiss, auch er ist ein Passagepunkt, an dem ich mich jedoch länger aufhalte und in dessen Nähe ich noch verweile, um zu telefonieren, essen, trinken, schauen, arbeiten und vor allem zu warten.

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Diese Schnittstelle ist auch deswegen anders als alle bisherigen Punkte, weil ich meinen (Reise-)Pass vorzeigen muss. Im Gegenzug erhalte ich hier ein Ticket. Die Frau am Schalter erklärt mir, wie das Ticket zu lesen sei, um es als Anweisung in einen Flug zu übersetzen. Wichtig sind hierfür Flugnummer, Gate sowie Check-In-Zeit vor den Abflug.

Ein anderer vermeintlicher Scheich versucht, während ich am Economy-Schalter in der Schlange warte, erstklassig mit einer Visitenkarte einzuchecken. Das funktioniert nicht. Die Angestellte redet, der Mimik und Gestik nach freundlich mit ihm, letztendlich geht er wieder, ohne sein Gepäck abzugeben. Eine Familie scheitert dort ebenfalls, wird aber zur Economy verwiesen, sie benutzt nicht die Schlange, sondern stürmt den Wartebereich durch einen zweiten Eingang.

Einem Schild entnehme ich, dass es zwar einen Familien-Check-in gibt, der aber nicht besetzt ist, Mitgliedern der Familie fällt auf, dass sie die Schlange übersprungen haben, der Vater geht zu den Bediensteten und wird angewiesen, nach dem sich noch im Bearbeitungsprozess befindlichen Kunden sein Gepäck aufzugeben. Keiner in der Schlange beschwert sich. Die Familie hat ein kleines Kind bei sich – das geht vor, auch wenn es im Kinderwagen sitzt.

Sehr müde, halte ich mich durch Arbeit mehrere Stunden wach. Die Übergabe des Messestandes, das Kofferpacken und die Sicherung meiner Daten sowie die Selektion der wichtigsten Dokumente neben Reise- und Impfpass haben verhindert, dass ich die Nacht zur Erholung nutzen konnte. Sehr behilflich ist die Aufregung, die einer meiner Schuldner verursacht, da er immer wieder schlecht erreichbar ist, wenn ich ihm bekannte Nummern nutze, um ihn zu kontaktieren.

Die Vorstellung in etwa einem Tag in Singapur zu sein, kommt mir äußerst fremd vor.

Safety Check und Gate

Ich gehe durch die Sicherheitskontrolle, an der sich der Mann vor mir beschwert – indem er sich an mich wendet, der ihm den Vortritt lässt – dass wir dies alles den Extremisten zu verdanken hätten. Er kam irgendwie an der Schlange vorbei, wahrscheinlich, weil sein Flug bald geht und die Empfangsdamen vor der Schlange der Sicherheitskontrolle ihn an deren Spitze delegierten, nachdem er wie alle sein Ticket zeigte. Der Pass ist hier nicht so wichtig.

Die Gänge werden niedrig im Vergleich zur Abflughalle, bei der die Koffer entgegen genommen werden, der Wartebereich am Gate ist sehr niedrig und die sonnendurchflutet, obwohl Winter ist. Es herrscht Ruhe, Leute schlafen ein, ich auch, nachdem ich einige Eindrücke mitgenommen habe. Der Himmel scheint sich zu öffnen.

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Nach einigen Schönen Eindrücken, geht es durch eine dunkle Gangway in die ebenso spärlich beleuchtete Enge des Economy-Bereiches des Flugzeuges. Ich sehe keine Scheichs mehr. Alle sind sehr westlich, eher casual gekleidet.

Flugzeug

Der gerade Blick im Flugzeug geht direkt auf einen Monitor, auf dem Flugzeuge der Fluglinie mit einer Gazelle als Maskottchen – wie ich vermute – zu sehen sind. Gepäck wird verstaut und Sitzplätze werden eingenommen.

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Nachdem die Einweisung der Stewardess folgte und wir langsam in Richtung Startbahn rollen: Beschleunigung, Holpern und mit einem Ruck hebt das Flugzeug ab. Arabische Worte geleiten mich in den Schlaf, der nur durch kurze Intervalle unterbrochen wird, die von Essen bis technische Unterstützung meiner Sitznachbarin bei der Bedienung des medialen Dispositivs reichen. Nach etwa fünf Stunden Flugzeit landen wir in Doha.

Doha – Quatar

Es ist tiefste Nacht. Mehrere Stunden haben wir eingeholt, es scheint als ob wir schneller als das Sonnenlicht gewesen wären. Aber im Prinzip sind wir nur gegen die Erddrehung angeflogen und haben dadurch Zeit verloren, ohne sie zu erleben – ein Trost kann der Rückflug sein, bei dem diese Zeit wieder gutgemacht wird.

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Ein Bus holt uns vom Rollfeld ab und befördert uns zur Ankunftshalle. Zwei Gruppen entstehen, Transitpassagiere und Einreisende. Schlangen bilden sich erneut. Sicherheitskontrolle vor dem Transitbereich und Pass- sowieVisa- und Zollkontrolle vor dem Zutritt zu dem Land wie üblich.

Ein Duty-Free-Bereich, Anzeigetafeln, denen die Abflüge zu entnehmen sind, hier auch auf arabisch mit umgekehrter Leserichtung und Chronologie. Sowie ein Check-in vor den Gates mit Schlange und an den Gates eine Kontrolle der Tickets.

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Singapur – Singapur

Das vorläufige – und erst einmal vorgezogene Ende ist, das Treffen mit Julia, die den Aufenthalt durch ihre Vernetzung in der Arbeitswelt Singagpurs ermöglicht, dank ihrer Unternehmung Mabanaft aus Deutschland, bei der sie Trainee ist. Bei meiner Ankunft ist es wieder Tag, die feuchte Hitze schlägt mir ins Gesicht. Auf der Toilette entledige ich mich einiger Kleidungsstücke, ein Temperatursprung von 30 Grad.

Die Zeit scheint jedoch obwohl ich sie mit dem Flugzeug überholt hatte zurückgegangen zu sein, auch wenn die Hitze aus nordeuropäischer Sicht eher zukünftig ist. Plötzlich ist Neujahr, mitten im Februar und alles wurde dekoriert mit bunten Lichtern – aber keine Angst, ich nehm´s nicht persönlich.

Inzwischen geht die Reise weiter.

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